Stromkosten richtig verstehen

Strom-Grundpreis: monatlich oder jährlich?

Der Grundpreis eines Stromtarifs wird je nach Anbieter pro Monat, Jahr oder Tag angegeben. Für einen fairen Vergleich musst du alle Angaben auf denselben Zeitraum umrechnen.

Grundlagen

Was ist der Grundpreis beim Strom?

Der Grundpreis ist der feste Teil deiner Stromrechnung. Er fällt unabhängig davon an, wie viele Kilowattstunden du verbrauchst. Damit berechnet der Anbieter unter anderem Kosten für Abrechnung, Kundenservice und tarifabhängige feste Bestandteile.

Zusätzlich zahlst du den Arbeitspreis für jede verbrauchte Kilowattstunde. Die jährlichen Stromkosten bestehen deshalb immer aus zwei Teilen: Jahresverbrauch × Arbeitspreis plus Grundpreis.

Wichtig: Ob ein Anbieter den Grundpreis monatlich oder jährlich ausweist, ändert allein noch nichts an der tatsächlichen Höhe. Entscheidend ist der auf ein vollständiges Jahr umgerechnete Betrag.
Umrechnung

Monatlichen und jährlichen Grundpreis vergleichen

Mit diesen drei Rechenwegen bringst du unterschiedliche Tarifangaben auf eine gemeinsame Basis.

Preis pro Monat

Monatspreis × 12
12,50 Euro im Monat entsprechen 150 Euro Grundpreis im Jahr.

Preis pro Jahr

Jahrespreis ÷ 12
180 Euro im Jahr entsprechen 15 Euro Grundpreis im Monat.

Preis pro Tag

Tagespreis × 365
0,50 Euro pro Tag ergeben 182,50 Euro Grundpreis im Jahr.

Verwechslungsgefahr

Grundpreis und monatlicher Abschlag sind nicht dasselbe

Grundpreis

Der Grundpreis ist eine feste Tarifposition. Er bleibt innerhalb der Preisgarantie beziehungsweise bis zu einer Preisänderung gleich und hängt nicht unmittelbar von deinem Verbrauch ab.

Abschlag

Der monatliche Abschlag ist eine Vorauszahlung auf die voraussichtlichen Gesamtkosten. Er enthält neben dem anteiligen Grundpreis auch die erwarteten Verbrauchskosten.

Beispiel: Ein Abschlag von 90 Euro bedeutet nicht, dass dein Grundpreis 90 Euro beträgt. Bei einem Grundpreis von 12 Euro monatlich entfallen die übrigen 78 Euro rechnerisch auf den erwarteten Verbrauch.
Tarifvergleich

Warum ein niedriger Grundpreis nicht immer günstiger ist

Bei geringem Stromverbrauch wirkt sich der Grundpreis besonders stark auf den effektiven Preis je Kilowattstunde aus. Ein Single-Haushalt kann deshalb von einem niedrigeren Grundpreis profitieren, selbst wenn der Arbeitspreis etwas höher liegt.

Bei hohem Verbrauch ist dagegen der Arbeitspreis meist wichtiger. Bereits ein Unterschied von zwei Cent pro Kilowattstunde macht bei 5.000 kWh Verbrauch 100 Euro im Jahr aus. Vergleiche deshalb nie nur eine einzelne Preisangabe.

Vergleichsformel: Jahresverbrauch in kWh × Arbeitspreis in Euro + Jahresgrundpreis = voraussichtliche Jahreskosten. Boni solltest du getrennt betrachten, weil sie häufig nur im ersten Vertragsjahr gelten.
Praxis

Fünf Prüfpunkte vor dem Tarifwechsel

  1. Grundpreis immer auf zwölf Monate umrechnen.
  2. Arbeitspreis mit deinem realistischen Jahresverbrauch multiplizieren.
  3. Preisgarantie, Laufzeit und Kündigungsfrist prüfen.
  4. Einmalige Boni nicht mit dauerhaften Tarifkosten verwechseln.
  5. Bei zwei Zählwerken auch Messkosten und beide Preisstufen berücksichtigen.

Bei HT- und NT-Tarifen hilft dir unser Nachtstromrechner, die beiden Arbeitspreise zusammen mit Grundpreis und Messkosten zu berechnen.

Häufige Fragen

Fragen zum Strom-Grundpreis

Wird der Grundpreis monatlich oder jährlich bezahlt?

Er wird meist anteilig über die monatlichen Abschläge bezahlt und in der Jahresabrechnung endgültig abgerechnet. Die Tarifangabe kann trotzdem pro Monat, Jahr oder Tag erfolgen.

Fällt der Grundpreis auch ohne Verbrauch an?

Ja. Solange der Vertrag beziehungsweise der Stromanschluss über diesen Tarif abgerechnet wird, fällt der feste Grundpreis grundsätzlich auch bei sehr niedrigem oder keinem Verbrauch an.

Was ist ein guter Grundpreis?

Ein einzelner Richtwert ist wenig aussagekräftig. Ein günstiger Grundpreis kann mit einem höheren Arbeitspreis verbunden sein. Maßgeblich sind die Jahresgesamtkosten für deinen Verbrauch.

Warum steht auf der Rechnung ein Tagesgrundpreis?

Damit kann der Anbieter Rumpfzeiträume bei Einzug, Auszug oder Tarifwechsel taggenau abrechnen. Für den Jahresvergleich multiplizierst du den Tagespreis mit 365.

Nächster Schritt

Stromtarife über die Jahreskosten vergleichen

Nutze Grundpreis und Arbeitspreis gemeinsam, damit ein scheinbar günstiger Einzelwert nicht zu einer teuren Jahresrechnung führt.

Jahreskosten berechnen
Autor: Markus Eßmann · Zuletzt fachlich geprüft: September 2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Orientierung. Maßgeblich sind die Preisangaben und Vertragsbedingungen deines Anbieters.
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